Neue Hoffnung bei kleinzelligem Lungenkrebs: Therapiefortschritte verlängern das Überleben
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Salzburg, 23.10.2026
Bei kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC), einer besonders aggressiven Form von Lungenkrebs, gibt es bedeutende Fortschritte in der Behandlung. Über aktuelle Studienergebnisse und neue Therapieansätze wurde bei der 50. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), die von 22. bis 24. Oktober in Salzburg stattfindet, berichtet.
„Ein wichtiger Fortschritt ist Tarlatamab, ein bispezifischer Antikörper aus der Gruppe der T-Zell-Engager. Er bringt T-Zellen gezielt mit Krebszellen zusammen und ermöglicht so deren Abtötung. Bei Patient*innen mit fortgeschrittenem SCLC, deren Erkrankung während oder nach einer platinhaltigen Ersttherapie fortschreitet, ist ein Überlebensvorteil gegenüber Chemotherapie bereits belegt. Positive erste Ergebnisse gibt es auch für Tarlatamab in Kombination mit Durvalumab als Erhaltungstherapie nach initialer Chemoimmuntherapie; die detaillierten Studiendaten stehen noch aus. Eine weitere vielversprechende Wirkstoffgruppe sind Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. So verlängerte Tambotatug pelitecan in der in China durchgeführten Phase-III-Studie TAISHAN-302 bei Patient*innen mit Rückfall nach platinhaltiger Ersttherapie das mediane Gesamtüberleben von 9,4 Monaten unter Topotecan auf 13,3 Monate. Die Substanz befindet sich noch in klinischer Entwicklung“, so OÄ Dr.in Romana Wass, PhD, stellvertretende Leiterin der ÖGP-Expert*innengruppe Pneumologische Onkologie, auf der ÖGP-Jahrestagung.
Neue Daten der MAVERICK-Studie unterstützen bei Patient*innen ohne nachweisbare Hirnmetastasen nach Abschluss der Erstbehandlung eine engmaschige, strukturierte MRT-Überwachung als Alternative zur prophylaktischen Schädelbestrahlung. Dabei traten ohne prophylaktische Bestrahlung seltener kognitive Beeinträchtigungen auf. Die finale Auswertung des Gesamtüberlebens steht noch aus. Voraussetzung für diese Strategie sind verlässlich durchgeführte MRT-Kontrollen.
„Die Behandlung des kleinzelligen Lungenkrebses verändert sich derzeit grundlegend. Wir können mit neuen Therapieansätzen das Überleben verlängern und gleichzeitig bisher etablierte Behandlungsstrategien kritisch hinterfragen. Entscheidend wird sein, diese Fortschritte sicher und möglichst rasch in die Versorgung unserer Patient*innen zu bringen“, betont Wass. Denn mit den neuen Therapieoptionen entstehen auch neue organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen für die Krankenhäuser. Insbesondere das Management möglicher schwerer Nebenwirkungen erfordert geschultes Personal, entsprechende Überwachungsmöglichkeiten und zusätzliche Ressourcen – Faktoren, die bei der Einführung innovativer Therapien zunehmend berücksichtigt werden müssen.
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